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Pflicht des TransporterchiefsJan H. Kobarg
PrologLieutenant Kyle stand an seinem Kontrollpult im Transporterraum zwei. Zusammen mit einem Techniker bereitete er sich und die Ausrüstung auf das anstehende dauerbeamen vor. Es würde nicht mehr lange dauern, bis Captain Kirk der Crew die Erlaubnis zum Landurlaub gewähren wird. Wie beim letzten mal, würde sich vor dem Transporterräumen eine lange Schlange von Urlaubswilligen und Urlaubsreifen Crewmitgliedern bilden, die alle der Meinung wären, zuerst zur Sternenbasis gebeamt werden zu müssen. Er selbst würde dadurch natürlich zu den letzten gehören, die in den Genuss von Urlaub kommen und zu den ersten, die wieder auf die Enterprise zurückkehren werden. Aber er war es gewöhnt und hatte sich inzwischen damit abgefunden. Außerdem war er sich sicher, dass Scotty als Entschädigung im Anschluss an den Urlaub wieder eine seiner berühmten Partys für die Techniker Crew veranstalten würde. Innerlich dachte er natürlich, es wird doch eine Person geben, die seine frühe Abreise nicht verstehe würde. Es war jedes Mal das gleiche, wenn er seine Tochter traf, die wie jedes Kind von Raumfahrern den Vater oder die Mutter nur sehr selten sah. Am schlimmsten ist es für das Kind und er hatte schon unzählige Stofftiere darauf verwendet, um sie über seine Abreise zu vertrösten. Kyle lächelte bei dem Gedanken an die große Sammlung in Susans Zimmer, ihr Zoo wie sie immer stolz sagte. Inzwischen hatte er ihr Stofftiere aus allen Winkeln der Galaxie, vom Vulkanischen Le-matya, über ein Andorianischen Zabathu bis hin zu Exoten vom Orion, mitgebracht. Er hoffte nur, dass er nicht eines Tages keine neuen Tiere mehr finden würde. Bei diesem Gedanken musste er an eine schreckliche Alternative denken, was wenn sie eines Tages nicht mehr mit Stofftieren zufrieden sein würde? Was, wenn sie echte, lebende Exemplare verlangte? Im selben Moment musste er an das Tribble Desaster denken. Nein, keine Chance, sagte er sich. Wenn sie ein Tier haben möchte, dann soll es eines sein, welches den Stammbaum nicht über Nacht vergrößern kann. Seine Gedankengänge wurden vom Knacken in der Schiffssprechanlage unterbrochen. Sekunden später drang das gewohnte Signal durch den Lautsprecher, gefolgt von Uhuras melodischer Stimme. „Achtung Beta- und Gamma-Schicht auf allen Decks. Nach Absprache mit Ihren Abteilungsleiter haben Sie Erlaubnis, das Schiff zu verlassen. Alpha-Schicht, kann in einer Stunde ebenfalls aufbrechen. Uhura aus.“ Kyle wusste, was das bedeuten würde. In weniger als einer Viertelstunde würden die ersten Reisewilligen hier eintreffen. Er schaute auf seine Kontrollen und bemerkte, dass sie dennoch gut im Zeitplan lagen. Aber wo ist der Yeoman? fragte er sich. Ich habe doch keine Zeit die Urlaubsscheine selbst zu kontrollieren. „So, in wenigen Minuten bricht hier das Inferno aus, bereit?“, er lächelte seinen Techniker vertrauensvoll zu. Ralph war noch nicht sehr lange im Technikstab und hatte einen Landurlaub bisher nur von der anderen Seite der Transporterkontrollen mitgemacht. „Ja, Sir. Alles überprüft und Zielkoordinaten eingegeben. Ich glaube es kann losgehen.“ Im Gesicht des jungen Technikers stand die Aufregung geschrieben. Kyle wollte gerade ein paar aufmunternde Worte sagen, als sich die Doppeltür des Transporterraums mit einem Zischen öffnete. Ah, besser spät als nie, dachte Kyle. Doch durch die Tür trat eine Gruppe von Crewmitgliedern anstelle eines Yeoman. Die Gruppe war gut als Reisewillige erkennbar, da sie bereits zivile Kleidung trugen und lauthals diskutierten: „... es ist die absolut beste Bar auf der Station.“ „Red’ nicht so einen Quark, das ‚Rkt‘ ist viel besser!“, konterte der Saurianer, dessen Kleidung besonders leger aussah. „Urlaubscheine, bitte“, unterbrach Kyle den Szenebericht mürrisch, woraufhin die Gruppe ein paar Flexis herausholte und dem Transporter Offizier vorzeigte. Kyle nickte alle ab und ließ sie in Richtung der Plattform gehen, während er Kontakt mit seinem Kollegen auf der Bodenstation aufnahm: „Enterprise an Transporterraum 17, fertig zum Beamen der ersten Gruppe.“ „Bestätigt, fertig zum Beamen“, drang aus dem Lautsprecher. „Viel Spaß im Urlaub dann, und machen Sie der Enterprise keine Schande.“ Wieder musste er an K7 denken, allerdings rechnete er diesmal weniger mit Streitigkeiten, da auf der Sternenbasis keine Klingonen sein werden. Noch einmal kontrollierte er die Einstellungen und aktivierte den Beamprozess, als sich abermals die Tür öffnete. Doch wieder trat nicht der erwartete Yeoman durch die Tür, sondern eine gleichsam gekleidete Truppe. Deren Mitglieder hielten Kyle, noch während sich die erste Gruppe in schillernde Lichtsäulen auflöste, ihre Urlaubsscheine unter die Nase. Gerade als er die Regler wieder nach unten gezogen hatte, traten weitere Besatzungsmitglieder durch die Tür. Zu Kyles Erleichterung erblickte er zwischen den Neuankömmlinge auch eine Uniform. Auch wenn sie aus der Wissenschaftlichen Abteilung stammte, die junge Frau, Owens wenn er sich richtig erinnerte, hatte sicherlich nur eine Aufgabe hier zu erfüllen. „Sorry, Sir“, entschuldigte sich der junge Yeoman, die in der einen Hand ein Schreibpult hielt. „Beatrice ist auf der Krankenstation. Ich soll sie vertreten.“ Kyle atmete tief ein, es war eine Erleichterung zu wissen, das er den Ansturm der Besatzung nicht alleine abwehren brauchte. Inzwischen hatte die große Ansammlung von Menschen die Sensoren der Tür veranlasste, den Durchgang zum Korridor nicht wieder zu schließen. Durch die geöffneten Türen konnte er in den Gang sehen, und erblickte schon die Traube von Urlaubswilligen. Er vermutete, dass dieses Bild auf dem ganzen Schiff. Der nun endlich anwesende Yeoman übernahm zu Kyles Erleichterung auch gleich die Aufgabe, die ihr überlassen wurde. Er schaute sich noch die Urlaubscheine der vor seinem Pult stehenden Gruppe an und ließ sie anschließend in Richtung Plattform treten, während Owens den Rest der Horde abfertigte. „Nein, der Urlaubschein ist noch nicht abgezeichnet, da müssen Sie noch mal zu Ensign Shulev“, hörte Kyle sie in einem freundlichen, aber bestimmten Ton sagen. „Nein, Gepäck können Sie hier nicht runterbeamen, das müssen Sie in der Frachtabteilung aufgeben.“ Bevor er die Kontrollen umlegte, schaute er noch einmal zu Ralph und schmunzelte ihn an. „Das geht jetzt erstmal so weiter“, sagte er kaum hörbar und schob die Regler nach oben. | |||
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