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SpaceStation K7

Spiegelung

Mein erstes größeres Story Projekt war eine Fortsetzung zur beliebten Star Trek Folge “Mirror, Mirror” („Ein Parallel-Universum“) zu schreiben. Obwohl das keine neue Idee war, es gibt bereits eine Fortsetzung vom Marvel Comic “Fragile Glass”, aber ich hatte meine eigenen Ideen, die ich umsetzen wollte. Der erste Entwurf war in Englisch, aber ich merkte bald, dass ich in meiner Muttersprache schneller und vor allem ausführlicher schreiben konnte. Hier ist der fast ausgereifte erste Teil, bis einschließlich des ersten Kapitels, eine erste Übersetzung des Prologs ist auch in Englisch vorhanden.

Jan H. Kobarg

Prolog

Computer Logbuch Nummer Eins der Enterprise, Sternzeit 6141,8 Captain Kirk; Die Enterprise untersucht routinemäßig die Wettereigenschaften des Planeten Galorndorn Core nahe der Romulanischen Neutralen Zone. Während die Enterprise einen Großteil der Daten aus dem Orbit ermitteln kann, müssen mehrere Messstationen auf dem Planeten selbst manuell abgefragt werden. Da die Atmosphäre sicheres Beamen verhindert, müssen wir Shuttles benutzen, um auf die Planetenoberfläche zu gelangen. Mister Spock leitet das Team auf dem südlichen Kontinent, während ich selber das Team für das nördliche Hochplateau begleite.

Das Shuttle tauchte aus einer Wolke von magnetischen Stürmen auf. Langsam flog es der dunklen, von Staub bedeckten Oberfläche entgegen. Turbulenzen ließen es wie ein Blatt im Wind hin und her treiben. Rund zehn Meter über dem Boden fuhr der Pilot die Landestützen aus, als die Fähre ein weiteres Mal erfasst wurde. Der Landeprozess wurde für einen kurzen Moment unterbrochen, doch der Pilot setzte den Anflug fort. Das Shuttle näherte sich vorsichtig dem Boden, bis es sanft auf dem zerschlissenen Fels des Planeten aufsetzte. Die Triebwerke wirbelten Staub auf, was im herrschenden Sturm nicht weiter auffiel.

In der Personenkabine saßen die Offiziere und Spezialisten der Enterprise. Mister Scott, der das Shuttle geflogen hat, stellte gerade die Triebwerke ab, unterstützt wurde er dabei von seinem technischen Assistenten, Sivertsen.

„War das nicht ein toller Flug?“, fragte In’taph Uhura, die eine Sitzreihe vor ihm saß. Die blaue Haut des Andorianers strahlte voller Freude, nicht zuletzt deswegen, weil der wissenschaftliche Assistent mit der Aufgabe betreut wurde, die Daten zu überspielen.

„Ich habe schon erholsamere Flüge genossen, Lieutenant“, antwortete Uhura und schaute über ihre Schulter nach hinten. Dort erblickte sie Owens, von der sie nicht erkennen konnte, ob sie über die Äußerungen des Andorianers schmunzelte oder ob ihr ein wenig Übel war. „Geht es ihnen gut?“

„Ich hoffe, ich muss nicht meine Behandlungen beginnen, bevor wir in die Stürme dort draußen gehen“, sagte McCoy, der sich hellhörig und auch ein wenig neugierig umgedreht hatte.

„Danke es geht schon“, gab Owen von sich, der es ein wenig peinlich war in Gegenwart des Captains auf ihre leichte Raumkrankheit aufmerksam gemacht zu werden.

„Danke, wir können uns dann wieder unserer Aufgabe zuwenden“, unterbrach Captain Kirk den Smalltalk des Expeditionsteams. „Pille, können wir da raus gehen?“

„Es scheint so“, entgegnete der Arzt, „wenn Scotty das Shuttle gesichert hat und unseren Rückweg markiert, habe ich keine Medizinischen Einwände. Vielmehr, darf ich an dieser Stelle vorschlagen, dass wir öfter ein Shuttle benutzen sollten?“

Die Besatzung stieg aus dem Shuttle aus und machte sich auf den Weg zur Messstation. Als Schutz gegen das Wetter trug die Gruppe Anoraks und dicke Hosen. Auch wenn diese größeren Schutz gegen die unwirtlichen Bedingungen des Planeten boten, war das Team immer noch dem Wetter ausgesetzt.

„Das Positionssignal kommt aus Richtung dieser Berggruppe, ich kann es klar empfangen“, meldete In’taph und ging voraus. Wenige Meter später blieb er stehen und richtete seinen Blick erneut auf den Tricorder.

„Was haben Sie, In’taph?“, erkundigte sich Kirk.

„Es ist nichts, nur für einen kurzen Augenblick empfing ich ein drittes Peilsignal, aber es ist wieder verschwunden.“

Die Messstation war eine kleine Apparatur, nicht sonderlich groß. Es bestand lediglich aus einem Reaktor und den Wissenschaftlichen Geräten, die alle in eine abgeschirmte Wanne gelassen waren, um nicht von den Stürmen des Planeten beschädigt zu werden. In’taph, der die Gruppe den kurzen Weg anführte, ging zum Datenterminal, um die Messergebnisse abzufragen. Scott begann sofort, die Station nach Beschädigungen abzusuchen.

„Ich beginne damit, die ausgelagerten Instrumente zu checken“, rief Kirk dem Andorianer durch den Sturm zu. „Machen Sie hier ruhig weiter, aber lassen Sie sich nicht mehr Zeit als nötig“. Er wollte so schnell wie möglich wieder von diesem unwirtlichen Felsen verschwinden. In’taph nickte ihm nur kurz zu und überwachte gleich wieder den Download.

„Ich begleite dich“, rief McCoy schnell, „soweit ich mich erinnere, ist in einer der Höhlen dort eine Seismik Station. Das will ich unbedingt sehen!“ Von dem Unwetter sichtlich genervt hastete er Kirk nach und zeigte ihm den Weg zu der Höhle.

Kirk und McCoy standen am Rand der Höhle, die Verbindungskabel wiesen ihnen den Weg. Unter einem schützenden Felsvorsprung stehend, drehten sich die beiden in Richtung Messstation um und obwohl diese nur wenige hundert Meter entfernt war, konnten sie ihre klare Struktur nicht ausmachen.

„Ziemlich unwirtlich hier“, fing McCoy an, froh darüber, nicht mehr schreien zu müssen. „Ich kann nicht glauben, dass die Föderation diesen Planeten in den Algeron Verhandlungen getauscht hat ...“

„Die Föderation hat ihn nicht getauscht“, antwortete Kirk und ging in die Höhle hinein. „Die Raumflotte der Erde hat ihn damals nach vielen Kämpfen erobert. Strategisch wichtig.“

McCoy schaute ihm ungläubig hinterher und folgte ihm. „Das ist Tomed auch soweit ich weiß, der einzige Unterschied ist, dass man dort eine Kolonie hätte gründen ...“ Mitten im Satz hörte McCoy auf zu reden, der Grund dafür stand direkt vor ihm und hatte spitze Ohren. „Ich dachte Sie überwachen die andere Mission“, fing er an zu reden und schaute ungläubig zu Kirk, der wenige Meter neben ihm stand.

„Spock, was machen Sie hier?“, fragte Kirk direkt und sehr verwundert.

„Kirk, McCoy, ich brauche Ihre Hilfe“, begann der Vulkanier und kam näher, „Sie müssen in das andere Universum zurückkehren und uns helfen.“

„Moment, Sie sind gar nicht Spock“, erwiderte Kirk, der den markanten Bart im Gesicht des Vulkaniers erst jetzt erkennen konnte. „Also sind Sie schon, aber nicht unserer.“ Kirk versuchte seine Gedanken klar auszudrücken. Verwundert den Vulkanier hier auf dieser Seite anzutreffen, starrte er ihn an und stammelte die Fragmente zusammen: „Aber wie und warum?“

„Sie wollen uns mitnehmen, dahin?“, McCoy ging das ganze Thema anders an. Ihm war egal, wie der Vulkanier hier her gekommen war, für ihn war nur wichtig, dass er erwartete, sie würden ihn in das barbarische Universum begleiten.

Spock ignorierte all ihre Ausführungen, er stand unter Zeitdruck: „Ich werde Ihnen alles auf dem Flug erklären, aber wir haben wenig Zeit. Ist Mister Scott auch in der Nähe? Er ist wichtig für meinen Plan. Kommen Sie.“

„Was für ein Plan?“, McCoy bemerkte, dass beide Vulkanier etwas gemein hatten, sie ließen sich ebenso wenig von etwas abhalten, wenn sie ihr Vorhaben bereits durchdacht hatten.

Kirk hinderte den Vulkanier daran, aus der Höhle zu gehen: „Spock, Sie müssen uns erst erklären, was Sie vorhaben.“

„Die Menschheit vor der Vernichtung retten“, erwiderte er mit gewohnter Nüchternheit, „wenn wir das schaffen wollen, müssen wir in spätestens 30 Minuten an den Transporter-Koordinaten sein.“

Computer Logbuch Nummer Eins der Enterprise, Nachtrag; Auf Wunsch von Mister Spock aus dem Spiegeluniversum, welches wir vor zwei Jahren durch einen Transporterunfall entdeckt haben, kehre ich in Begleitung von Doktor McCoy, Commander Scott und Lieutenant Uhura zurück. Mister Spock aus jener Dimension hat einen Weg entwickelt, die Grenze zu überschreiten und bittet uns nun um Hilfe, um einen Krieg zwischen den Romulanern und dem Imperium zu verhindern, für den ich durch mein Eingreifen verantwortlich bin.

Als die Gruppe die zentrale Messstation erreichte, kam eine vergleichbar große Verwirrung auf. Doch auch hier blieben die Fragen zunächst ungeklärt, Spock drängte auf seinen Zeitplan. Eilig wurde diverse Ausrüstung aufgenommen und die Gruppe marschierte los in Richtung Shuttle.

Unter Druck stehend stiegen das Außenteam und Mister Spock in das Shuttle ein, wobei alle ihre Plätze einnahmen, Spock beugte sich über Scott, der am Platz des Piloten saß: „Fliegen Sie uns zu diesen Koordinaten.“ Spock reichte dem Chefingenieur einen Tricorder, in dem die Angaben eingespeichert waren.

Scott erkannte nun, was Spock vorhatte: „Sie wollen die ferromagnetischen Stürme von Galorndorn ausnutzen, um den Transfer einzuleiten.“ Als Reaktion wurde er nur ungläubig vom Kopiloten Sivertsen angeschaut. „Beginnen Sie mit den Starvorbereitungen“, gab Scott als Anweisung und Sivertsen schaute wieder auf seine Instrumente.

„Dafür ist keine Zeit“, erwiderte Spock schnell, „starten Sie sofort. Dieser Planet bildet ferromagnetische Taschen, die wir für einen erfolgreichen Transfer benötigen. Doch um uns alle zu beamen, sind ausreichend große Taschen nötig, von denen die nächstbeste in wenigen Minuten kollabiert.“

„Dann starten Sie“, befahl Kirk, woraufhin es ruckte und das Shuttle abhob. „Lieutenant In’taph, fliegen Sie anschließend zur Enterprise zurück und melden Sie, was vorgefallen ist.“

„Wie werden Sie in unsere Dimension zurückkommen?“, fragte Owens besorgt.

„Ich denke, wir können die Messstation so manipulieren, dass sie ein Signal aussendet“, antwortete Scott, der sich neben seiner Aufgabe als Pilot des Shuttles, auch gleich um die Rückkehr Gedanken machte. „Wenn die Enterprise es empfängt, soll sie uns hier abholen, denn ich gehe davon aus, wir nutzen Galorndorn auch für unsere Rückreise?“

„Da fällt mir eine interessante Frage ein, Mister Spock“, mit seiner gewohnt anstachelnden Weise wandte sich McCoy an den Vulkanier. „Woher wussten Sie, dass wir auf dem Planeten sind?“

„Das wusste ich nur durch Sie, Doktor“, antwortete Spock, der dadurch nur noch mehr Verwirrung stiftete. „Ich spürte Ihre Präsenz, als wir am System vorbeiflogen. Durch einen Scan erkannte ich die Eigenschaften des Planeten und hoffte, so die Invasion stoppen zu können.“

„Welche Invasion?“, fragte Uhura verwundert.

„Bitte, Lieutenant Uhura, wir haben gleich Zeit, uns darüber zu unterhalten, jetzt müssen wir die Vorbereitungen treffen. Ich habe dieses Präparat, damit man uns auf der anderen Seite orten und gefahrlos beamen kann.“ Spock verteilte kleine Injektionen und wandte sich dann an den Andorianer: „Darf ich Platz nehmen, im anderen Shuttle ist nicht viel mehr Platz und ich lande ungern in einem Schott.“

„Haben Position erreicht“, sagte Scott, der letzte Satz machte ihn neugierig: „Das Shuttle hat einen Transporter? Dann kann ...“ mehr sagen konnte er nicht, denn unmittelbar danach setzte der Transport ein.

Zurück im Shuttle blieben die technischen Spezialisten der Mission. In’taph, der gerade erst aufgestanden war, setzte sich auf den Sitz des Piloten. „Ich sollte zurück fliegen, korrekt?“, einen Einspruch nicht abwartend übernahm er mit einem breiten Grinsen die Kontrollen.

„... es nur ein Shuttle der Firebird Klasse sein.“ Den zweiten Teil des Satzes beendete Scott nach der Rematerialisierung auf der anderen Seite. Begeistert schaute er sich um, als er seine Vermutung bestätigt sah: „Starfleet waren diese Shuttles zu teuer, man gab nur eine sehr geringe Stückzahl in Auftrag. Die Monitor ist glaube ich das einzige Schwesterschiff, das eines an Bord hat.“

„Das mit der Monitor kann ich nicht kommentieren“, erklang eine Frauenstimme aus dem Cockpit. Der Pilot, eine attraktive, blonde Frau drehte sich um und schaute ihre neuen Passagiere mit blau leuchtenden Augen an.

Spock ergriff das Wort: „Das ist meine Vertraute, Lieutenant Martha Landon, sie ist Pilotin und Sicherheitsoffizier an Bord der Enterprise. Wir können jetzt zum Schiff zurück fliegen, Lieutenant.“

„Aye, Sir. Ich habe im hinteren Teil des Schiffes die passende Kleidung für sie bereitgelegt. Ich glaube in solch lächerlichen Kostümen würden Sie schnell auffliegen“, bemerkte die Frau und wandte sich der Pilotenkonsole zu.

„Spock, jetzt erklären Sie uns endlich, was hier gespielt wird“, Kirk wurde langsam ungeduldig und wollte nicht mehr länger vertröstet werden: „Was sollen wir hier und wer weiß noch von uns?“

Spock sammelte kurz seine Gedanken, für einen Moment erschien er, als sei er nicht aus dieser Dimension, sondern tatsächlich der logische Spock.

„Nur sie, ich benötigte ihre Hilfe und sie weigerte sich ohne weiter Informationen zu helfen. Aber nun zu Ihren Doppelgängern, als sie zurückkehrten erwähnten sie die Existenz der anderen Dimension mit keinem Wort. Jedoch fragte mich der Captain einige Monate später, ob ich eine Möglichkeit wüsste, in Ihr Universum zu gelangen, denn er befürchtete eine Invasion und hatte vor, die Gefahr zu eliminieren und einen Präventivschlag zu starten.“

„Aber ich hoffe doch, Sie haben ihm nicht gezeigt, was Sie gerade mit uns gemacht haben?“, fragte Kirk erschrocken. „Nicht auszudenken, was er hier anstellen würde.“

„Selbstverständlich nicht“, antwortete Spock mit erhobener Augenbraue und strich sich kurz über seinen Bart, „in diesem Universum entledigen wir uns solcher Gefahren auf andere Weise: Ich informierte das Zentral Kommando, dass der Captain und einige seiner Offiziere verrückt wurden und empfahl ihre Verlegung und das Rehabilitationszentrum auf Elba II, bei jener Mission unterstütze mich Landon.“

„Also haben Sie gelogen!“, bemerkte McCoy mit Vergnügen.

Spock wollte antworten, aber Kirk kam ihm zuvor: „Nicht jetzt, Pille, das ist kein Spiel, Spock, fahren Sie bitte fort, warum sind wir hier?“

„Nun, auch wenn Ihr Universum sicher ist, haben hier Kriege und politische Intrigen das Machtgefüge verschoben: Unter dem Kommando eines Cait Admirals konnte das Imperium mehrere Welten erobern. Unter anderem gelang es ihnen, die Kzinti zu erobern, eine Aufgabe, die die Erdflotte bisher nicht meistern konnte. Dadurch erlangten die Cait allerdings auch mehr Macht im Imperialen Senat und zwangen die Flotte zu einer Invasion ins Territorium der Republik. Sollte dieser Vorstoß Erfolg haben, und es ist mehr als Wahrscheinlich, wird eine Reformation unseres eigenen Staates, mit all diesen annektierten Gebieten, nicht mehr möglich sein.“

„Was ist die Republik“, erkundigte sich Scott, der sich noch immer begeistert umschaute und die einzelnen Kontrollen des Shuttles genau untersuchte: „So etwas würde ich auch gern auf meiner Enterprise haben. Sind das etwa Phaser?“

„Die Republik ist ein mit uns in Konkurrenz stehender Machtblock. Geführt wird er von jenen Nachfahren der Dissidenten, die vor rund 2000 Jahren Surak ins Exil folgten. Von den Terranern werden sie Romulaner genannt. Die Dissidenten befinden sich in einer politischen Union mit verschiedenen anderen Spezies, unter anderem den Debrune, Gorn und den Tholianern. Allerdings stehen wir erst seit kurzer Zeit wieder mit der Republik in Kontakt, seit den Befreiungskriegen, hat es rund 80 Jahre lang keine Begegnung unserer beiden Parteien mehr gegeben.“

„Das ist sehr interessant Mister Spock, aber was ist mit uns?“, versuchte Kirk zu erfahren.

„Zunächst werde ich die Crew darüber informieren, dass Sie erfolgreich von Ihrer geheimen Mission auf romulanischem Territorium zurück gekehrt sind“, er hielt für einen kurzen Moment inne, „für diese Mission mussten Sie vorgeben, verrückt zu sein, diese Erklärung ist nicht perfekt, aber sie wird auch nicht offen in Frage gestellt werden. Und wenn ich Ihnen noch einen Rat geben darf: Spielen Sie genau mit und lassen Sie sich nicht anmerken, dass Sie nicht die sind, für die Sie gehalten werden.“

Kapitel I

Gleich nachdem alle auf dem Shuttle Deck der Enterprise angekommen waren machte Scott sich daran das Shuttle von außen zu betrachten. Der Rest der Passagiere stieg aus und betrat sogleich den Turbolift, um auf die Stationen zu gehen. Landon begleitete Scott noch bei seinem Rundgang.

„Es ist ein feines Schiff“, träumte Scott, „zu schade, dass ich keines davon an Bord habe.“ Er berührte das Shuttle an den Triebwerken, die charakteristisch eine Mischung aus warm und kalt waren. Warm durch die Reaktionen im Innern und kalt durch den Weltraum, durch den es geflogen ist.

„Ja, Sir, es fliegt sich wirklich hervorragend“, Landon teilte seine Leidenschaft für das Schiff, „ich bin schon viele Einsätze damit geflogen, es eignet sich sehr gut als Enterschiff.“

Verdutzt blickte Scott zu Landon: „Nun ja, ich dachte nicht an so etwas, aber es ist schon gut eine Phaserkanone dabei zu haben.“

„Oh, ja ich vergaß“, gab Landon leise zu, sie vermied es, dass die Shuttlecrew sie hören konnte, „ich musste gerade an Scott, den Raumpiraten denken.“

„Raumpirat? Ich ...“ Scott versank für einen Augenblick in seinen Gedanken, war jedoch nicht so erfolgreich sich auszumalen, wie er als Raumpirat leben sollte. „Ich glaube ich suche jetzt den Maschinenraum auf und schau mir mal diese Wunderwaffe an.“

Landon lächelte ihn an und begab sich dann zur Shuttlecrew, um die Routineinspektion zu überwachen. Scott blieb noch einen Augenblick stehen, er stellte sich selbst als Piraten vor, der mit der Firebird einen Raumfrachter überfällt. „Wie in einem Holovideo ...“ murmelte er noch und begab sich auf den Weg.

Computer Logbuch Nummer Eins der Enterprise, Nachtrag; Spock hat uns erfolgreich in die Crew integriert, als er das Kommando von meinem Doppelgänger übernommen hatte verschob sich die Kommandokette, meine Offiziere sollen ihre Nachfolger bei ihren Nachforschungen unterstützen. Spock hat das Kommando wieder an mich abgetreten, er wird als mein Erster Offizier fungieren.

Captain Kirk saß in seinem Stuhl auf der Brücke, Spock, der immer noch seine goldene Uniform des Kommandierenden Offiziers anhatte, stand neben ihm. Es war still auf der Brücke, das unerwartete Auftauchen von Kirk hat die Crew sehr irritiert. Sie war ohnehin schon gestresst durch den Einsatz. Seit einer Woche operiert die Enterprise schon auf feindlichem Territorium und das letzte Gefecht lag nur wenige Stunden zurück. Die erdrückende Stille wurde durch die sich öffnenden Türen des Turbolifts gebrochen.

M’ress betrat die Brücke, gefolgt von einem ihrer Leibwächter, beide gekleidet in eine für ihre Welt typische Lederpanzerung. Ihre Mähne, war zu einer stolzen Frisur aufgebunden und ihr Anblick ließ an einen Stolzen Löwen erinnern, das gefürchtetste Tier der Savanne. Mit dieser Frisur und der ebenso prächtigen Haltung flößte sie dem gegenüber tiefen Respekt ein. Langsam drehte sie ihren Kopf und schaute in die Runde, in die Gesichter die sie sich neugierig umgeschaut hatten und dann ehrfürchtig wieder abwandten.

Als M’ress Kirk erblickte verfinsterte sich ihre Miene. „Orr, wie wunderbar“, schnurrte sie mit abfälligem Unterton, „man ersetzt den grünen Affen durch einen pinken ... mrrr, was kommt als nächstes ein Schwein?“

Kirk wollte antworten, aber Spock war schneller: „Captain Kirk ist einer der höchst dekorierten Offiziere, er diente dem Imperium in vielen ...“

„Ja, ja, langweilen Sie mich nicht mit der Vergangenheit“, unterbrach sie gelangweilt Spocks Erklärung, „Captain Oxley von der Hood war auch ein hoch dekorierter Offizier, sie wissen was mit ihm geschah. Entscheidend ist doch, Kirk wurde Verrückt, behauptete er wurde durch einen Bösen Doppelgänger ersetzt.“

„Nur ein Trick, Fürstin“, diesmal war Kirk schneller und er war zornig, „nur so war ich in der Lage einen der größten und gefährlichen Verräter zu entlarven und an einer wichtigen Mission für das Imperium teilnehmen.“

„Oh, Entschuldigung, meinen Respekt. Ich wusste gar nicht, dass Menschen zu solch komplexen Denkstrukturen fähig sind“, behauptete M’ress mit gespielter Interesse. Langsam aber stolz ging zur Steuerstation. Dort blieb sie neben Sulu stehen und schaute ihn mit einem fast hypnotischen Blick eines Gefährlichen Raubtieres an: „Sagen Sie, wann werden wir den Sammelpunkt erreichen?“

„In viereinhalb Tagen“, Sulu schaute kurz von seinen Anzeigen auf. Kurz bevor er sich von ihrem Blick löste und seine Arbeit fortsetzen wollte fügte er ein unterwürfiges „my Lady“, hinzu.

„Arr, wenigstens einer behandelt mich mit dem Respekt, der mir zusteht“, antwortete die Fürstin erfreut. Sie schaute kurz herausfordernd zu den beiden Captains. „Sie gefallen mir sehr“, sagte sie wieder zu Sulu und begann mit ihrem Schwanz die Schulter von Sulu zu streicheln.

Doch ihre Zufriedenheit war nur von kurzer Dauer. Ruckartig drehte sie sich um und schaute wieder zu Kirk und Spock, der noch immer neben dem Stuhl des Captains stand. Mit einem hinterhältig lächelnden Gesicht schaute sie schließlich den Vulkanier an. „Sagen Sie“, begann sie, „warum haben Sie ihr Kommando wieder abgetreten?“ Sie ging ein paar Schritte umher und ihr Schwanz tanzte dabei eifrig in der Luft.

Spock schaute ihr gleichgültig hinterher. „Das war von vornherein klar und erfolgte auf Anweisung des Zentralkommandos.“ Spock versuchte ihr keine Gelegenheit zu geben ihn anzuzweifeln, doch Kirk bemerkte, dass er nicht die gleiche Selbstbeherrschung wie der Spock des anderen Universums hat. „Und Sie werden verstehen, dass dieses Thema nicht vor der Crew diskutiert werden darf“, fügte er sachlich hinzu, um jeden Zweifel auszumerzen.

M’ress war inzwischen hinter dem Sessel des Captains, doch sowohl er als auch Spock schauten ihr nicht hinterher. „Sie wissen natürlich, dass ich als Flottenkommandantin auf geheime Berichte Zugriff habe“, erklärte sie hinterhältig, „aber von solch einem ist mir nichts bekannt. Aber Sie haben recht, man kann so etwas nicht vor der Crew besprechen. Man weiß ja nicht wem man trauen kann“, führte sie ihre Gedanken fort und schaute beim letzten Teil des Satzes Kirk an, was er nicht bemerkte.

„Fürstin“, begann Kirk, „was soll eigentlich dieses Verhör? Ich bin mit meinen Offizieren auf eine Mission geschickt worden und bin jetzt wieder hier. Sie sollten sich freuen, dass die Herren wieder da sind, um bei den Kriegsvorbereitungen zu helfen. Mister Scott wird bei der Entwicklung der Phaserlanze sehr dienlich sein. Und auch das Wissen von Doktor McCoy wird seinem Kollegen helfen können, jener Virus ist ja noch immer nicht perfektioniert, wie ich weiß.“

M’ress hörte sich Kirks Verteidigung geduldig an. „Ja, sie haben recht“, entgegnete sie nach einer Weile Gedenkzeit, „aber vielleicht hätte man sie dann auf die Exeter versetzen sollen, wie ich aus der letzten Nachricht entnommen habe, gab es bei der Installation der Waffen Probleme, Captain Harris soll ...“

„Fürstin, entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche“, sagte Kirk, „aber ich bin der Überzeugung, dass die anderen Schiffe der Flotte es schaffen werden die Änderungen rechtzeitig zu installieren.“ Kirk schaute helfend zu Spock, er wusste bis vor einiger Zeit nichts von den anderen Schiffen. Diese Form der Improvisation war er zwar gewohnt, er sicherte sich jedoch gerne mit Hintergrundwissen ab, und die Tatsache das er Harris als Ersten Offizier der Exeter in Erinnerung hatte und sie nur flüchtig kannte, ließ ihm wenig Spielraum.

Spock bemerkte den Ratsuchenden Blick von Kirk: „Bei Mister Scott haben Sie recht, er könnte auch auf der Exeter helfen, aber wir dürfen keinen Kontakt herstellen, selbst wenn Sie nicht im Alpha Geschwader wäre. Das Risiko einer Entdeckung aller Schiffe ist zu groß.“

Spock schaute M’ress herausfordernd an. Er wollte noch die Anwesenheit des Doktors rechtfertigen, doch M’ress ließ ihm dazu keine Gelegenheit.

„Ich habe schon verstanden“, sie schnurrte mit einer Mischung aus Wut und Langeweile, „wir dürfen nicht die Flotte verraten, das war natürlich klar. Ich werde mich jetzt in mein Quarrtier begeben, wenn ich Schwierigkeiten haben sollte einzuschlafen, werde ich Sie rufen, Vulkanier.“ M’ress drehte sich gekränkt um und ging zu Tür. „Aber wagen Sie nicht“, fügte sie mit einem gefährlich klingenden Knurren hinzu, „im Gefecht meine Autorität zu untergraben, sonst ergeht es ihnen wie Captain Oxley und seinem ersten Offizier.“

Als sich die Turbolifttüren öffneten und der Blick auf den Maschinenraum frei wurde, waren alle Gedanken an die Piratenabenteuer vergessen. Auf dem Deck herrschte ein reges treiben, es war viel zu tun. An einer der Konsolen, welche die Energieverteilung regelt, stand eine Menschentraube von rot uniformierten Personen.

Scott trat auf die Techniker zu. Als er näher kam hörte er einen über die Neuverteilung der Energie sprechen, doch was er hörte gefiel ihm gar nicht. „Na, hören Sie mal“, unterbrach er, „wenn Sie das tun sprengen sie das halbe Schiff in die Luft!“

„Wer sind Sie?“, erklang die generierte Stimme des Subvokalenprozessors eines Arkeniten, der Mitglied des Teams im Maschinenraum war.

Der Mann, der gerade eine Umverteilung beschlossen hatte, schaute verdutzt auf: „Ach, Sie sind bestimmt Scott, Captain Spock hat mich vor ein paar Minuten informiert ... Ich bin Commander Decker, willkommen an Bord.“

„Ja, ja, Junge“, begann Scott, der es nicht fassen konnte, was Decker vorhatte, „wie kommen Sie darauf die Energie auf diese Art umleiten zu können?“ Er drängte sich durch die Techniker zu den Anzeigen.

„Sir, wir haben mehrere Modifikationen vorgenommen“, versuchte einer der Techniker zu erklären, ein Catullaner, dessen Lilafarbenen Haare bei jeder Bewegung sanft hin und her schwang.

Scott schaute ihn sowohl zornig als auch verdutz an: „Modifikationen? Was meinen Sie damit?“

„Commander, nun beruhigen Sie sich“, Decker versuchte zu besänftigen. Er drückte ein paar Knöpfe an der Konsole und zeigte Scott die Pläne des Schiffes nach dem Umbau. „Sehen Sie, wir haben die Phalanx der Phaserlanze auf Deck 15 installiert. Dadurch wurde der Turboschacht natürlich unterbrochen und wir mussten das ganze Deck 13 umbauen, damit wir ihn über die Treppenaufgänge umleiten konnten. Die Energie ziehen wir von der Medizinischen Abteilung ab, die wird sowieso nur im Notfall gebraucht.“

Scott hörte sich die Ausführungen geduldig an und verarbeitete die neuen Informationen. „Das arme Schiff! Sie haben ihre ganzen Innereien verschoben, herausgerissen und mit neuem Spielzeug gespickt!“ Vorwurfsvoll und mit gequältem Blick schaute Scott Decker an, der ließ sich nicht irritieren, guckte genauso freundlich und schien keinen Groll gegen Scott zu hegen.

„Sind Sie zufrieden?“ Decker lächelte ihn an. „Darf ich Ihnen dann mein Team vorstellen: Amzta von Catulla, Ibent von Arken II, Sivertsen aus den Marskolonien und soweit ich mich erinnere, ist Ihnen sonst keiner unbekannt.“

Für den Geschmack von Scott passte dieser Decker nicht in dieses Universum, er war weder Skrupellos, noch übermäßig Brutal, was den Umgang mit Menschen betrifft. Er war relativ normal, abgesehen davon, dass er eine ganze Menge an der Enterprise umgebaut hat. Scott lächelte Decker an. Nun, wenn ich ehrlich bin, dachte er bei sich, auf meiner Enterprise ist auch nicht mehr alles so, wie die Ingenieure es bei der Konstruktion gebaut hatten.

McCoy betrat die Krankenstation ohne zu wissen was ihn erwarten würde. Doch es war schlimmer als er sich vorstellen konnte. Was in seinem Universum ein Zentrum für Heilung war, erschien in diesem als das Labor von Dr. Frankenstein. Es war der dunkelste Raum auf dem Schiff und die Luft roch verfault. Als Ursprung des Gestanks machte McCoy das Büro des Chefarztes aus.

Das Licht war wesentlich heller in jenem Raum, aber immer noch nicht jene Stufe, die McCoy benutzte, wenn er in seinem Büro forschte. Er blieb im Türrahmen stehen und beobachtete eine weile M’Benga, der am Schreibtisch saß, ihm den Rücken zu kehrte und sich in seinen Unterlagen vertiefte.

Seltsam, dacht McCoy, in einer Welt, in der Mord der Standard ist um eine Beförderung zu erlangen ... mit dieser Arbeitsweise riskiert er sein Leben ...

In diesem Moment lehnte sich M’Benga zurück, er dachte wohl über seine Arbeit nach. Langsam drehte sich der Stuhl, seine Augen suchten nach der Antwort in der Ferne des Alls. Langsam der Tür zuwendend bemerkte er die Person im Türrahmen, für einige Sekunden verharrte er, bis er McCoy erkannte.

Aus der Bewegungslosigkeit sprang er auf, „Horatio!“, rief er voller Freude, „bist du es wirklich?“

„Als ich das letzte mal auf meinen Gehaltscheck geschaut habe stand der Name drauf.“

„Das ist einfach großartig“, er tanzte um seinen Schreibtisch herum, „ich dachte du seist tot, gestorben in der Arena zur Unterhaltung des Kommandeurs des Gefangenenlagers auf Elba, oder weil Kirk seine Wut an dir ausließ ...“

„Was?“ McCoy lächelte. „Das war deine Vorstellung von mir? Nicht mehr als ein Schaf in einem Rudel Wölfe zu sein?“

„Oh, Sir, ich würde nie ...“, M’Benga schüttelte den Kopf.

„Schon OK ... na dann schieß mal los, was hast du in deiner Hexenküche gebraut?“

„Die ultimative Biologische Waffe!“, verkündete M’Benga mit vollem Stolz, „dies wird der Republik und dem Universum lehren besser nie Feinde des Imperiums zu sein. Die Republik wird sich wünschen sie hätten nie Abgelehnt sich mit uns zu verbünden. Jeder weiß, dass die größte Volksgruppe aus diesen Bastarden, den Romulanern besteht. Und du weißt, bei unserer Befreiung der Erde und Andor starben Tausende jeden Monat, nun aber haben wir die Möglichkeit Tausende an einem Tag zu töten!“

McCoy war schockiert, wie enthusiastisch M’Benga seine Erfindung bewarb. „Ich weiß ja gar nicht, was ich sagen soll, ich bin sprachlos, teile dein Wissen mit mir.“

Mit einem breiten Grinsen im Gesicht fing M’Benga an zu erklären, seine Grundidee, seine Probleme und Rückschläge mit denen er zu kämpfen hatte und deren Lösung. Nichts ließ er aus und M’Benga genoss es mit jemanden zu reden, der die Schwierigkeiten kannte und den Vorgang ohne weitere Erklärungen verstand.

„Sie werden einen langen und qualvollen Tod erleiden und erkennen, dass ihre Logik ihnen auch nicht weiterhilft!“

McCoy glaubte seinen Ohren nicht als er den letzten Satz hörte. Er konnte sich kaum einen so skrupellosen Menschen vorstellen, dennoch sagte er: „Du bist brillant, wenn das funktioniert ...“

„Ja, da liegt ja das Problem“, sagte er unglücklich, „wenn es funktioniert! Wenn die Phaserlanze nicht funktionstüchtig ist, werden wir nicht die Chance erhalten den Virus auszusetzen. Dann wird er nicht nach Romulus getragen. Deckers Waffe muss funktionieren oder wir sind verloren ...“

Kirk blieb als einziger von denen, die um die Existenz des anderen Universums wussten auf der Brücke zurück. Er hatte Uhura schon ablösen lassen und Spock hatte die Brücke mit der Begründung verlassen, er müsse noch vor Übernahme der Wache eine Reparatur durchführen.

Nach und nach kamen verschiedene Crewmitglieder und lösten andere aus. Bei den ersten paar hat er sich noch jedesmal neugierig umgedreht, was nicht zuletzt daraus entstanden war, dass der Andorianer In’taph die Navigation übernahm. Er hatte sich schon oft gefragt, was einige Crewmitglieder taten, hier war In’taph ein Offizier der das Schiff steuerte.

Doch mit schon nach dem dritten Mal als sich die Türen geöffnet hatten drehte er sich nicht mehr um. Als sich die Türen ein weiteres mal öffneten, drehte er sich wieder um, denn anders als zuvor war nicht gleich das typische Geräusch der Stiefel, die an die Station traten zu hören.

Im Bereich des Brückenzugangs erblickte Kirk eine Frau, die eine Wissenschaftliche Uniform trug. Er kannte sie sehr gut, war es doch jene Frau, die ihm und seinen Freunden beim ersten Besuch in dieses Universum zum Schluss die Flucht ermöglichte: Marlena Moreau, die Frau des Captains.

Sie starrte genauso auf den Captain, wie dieser sie anschaute. Nach Sekunden ohne Reaktion ging sie wortlos an die Wissenschaftliche Station, die seit Spock die Brücke verlassen hatte, nicht mehr besetzt war.

Es vergingen Minuten ohne Reaktion, bis Kirk den Entschluss fasste mit ihr sprechen zu wollen. Doch er hatte nicht vor es direkt zu tun, so verließ er seinen Sessel und machte einen Rundgang von Station zu Station, beginnend mit dem Kontrollsystem des Maschinenraums. An der Kontrollstation für die Navigation verweilte er länger und erfragte den Status des Kurses, damit könnte er zur Wissenschaftsstation gehen.

„Lieutenant“, fragte er Moreau, „können Sie irgendwelche Objekte im oder nahe dem Berechneten Kurs feststellen?“

„Auf den Langreichweiten Scannern ist nichts zu erkennen“, gab sie als kalte Antwort, „ich werde eine Meldung machen, wenn sich dies ändert.“

„Das wäre sehr hilfreich, danke. Darf ich Sie darum bitten mir im Konferenzraum die letzten wissenschaftlichen Berichte zu erläutern.“

Verwundert und auch ein wenig zornig willigte Moreau ein. Sie legte eine Diskette in das Laufwerk und lud den aktuellen Bericht, dann deaktivierte sie die Station und folgte dem Captain in Richtung Lift.

„Sie haben die Brücke, Mister Sulu“, sagte Kirk kurz bevor sich die Türen schlossen.

„Deck 4“, befahl Kirk dem Lift, als sich die Türen geschlossen hatten.

„Nothalt“, erwiderte Moreau sofort nachdem der Lift einige Meter gefahren war. „Warum bist du zurück gekommen?“, fauchte Moreau Kirk an.

„Spock hat uns eingeladen“, gab Kirk an, er war sowohl überrascht über ihren Ton, als auch dass die Frage gestellt wurde: „Ich dachte du wärst darüber informiert worden.“

„Wurde ich nicht. Weiterfahren“, befahl sie schroff. Für den Rest der kurzen Fahrt herrschte Stille, die erst unterbrochen wurden als die Türen sich mit einem Zischen öffneten. Moreau stieg sofort aus und verschwand nach rechts in den Gang. Kirk, der einige Sekunden benötigte, um zu verarbeiten was gerade geschah folgte ihr. Als er um die Ecke ging konnte er gerade noch sehen, wie Moreau im durch die Tür des Konferenzraumes verschwand.

Als er den Raum betrat saß Moreau auf dem großen Tisch in der Mitte. Kirk, der die letzten Meter schneller gegangen war, verlangsamte und ging ruhig um den Tisch herum, wobei er sie fragend ansah.

„So was machen wir jetzt?“, fragte sie barsch. „Willst du, dass ich auf dem Tisch tanze oder hast du etwas anderes im Sinn?“

„Ich glaube du hast da etwas falsch verstanden“, erwiderte Kirk verwundert, der noch immer nicht aus der vorwurfsvollen Art schlau wurde, „ich möchte mit dir reden.“

„Na toll, noch mehr nutzlose Konversation, ich habe es tatsächlich satt“, sagte sie fast hysterisch, „er ist genauso geworden, wie du. Seit er von der anderen Seite zurück kehrte konnte er an nichts anderes mehr reden. Die ganze Nacht hindurch tat er nichts anderes als das Schiff zu scannen. Aus Furcht hinter einem Frachtcontainer oder in einem Korridor würdest du dich verstecken.“

„Warum sollte ich ... warum tat er ...“, Kirk konnte ihr nicht ganz folgen und schaute sie verwundert an.

„Er hatte solche Paranoia. Es war fast Besessenheit. Er verließ sein Quartier nicht mehr. Er fasste Pläne wie er dir zuvorkommen könnte, er beschäftigte sich nur noch mit dir. Ich tat alles um ihn abzulenken, aber er reagierte einfach nicht. Ich weiß nicht einmal ob er bemerkte, dass ich ihn verließ, oder dass wir ihn auf Elba ausgesetzt haben.“

Langsam fingen ihre Augen an feucht zu werden: „Alles was ich von ihm wollte war, dass er sich wieder um mich kümmert.“

Sie rutschte langsam vom Tisch und schlang ihre Arme um Kirk, der auf sie zugekommen war. In seinen Armen fing sie an zu weinen.

„Hast du mit jemandem gesprochen?“, fragte er ermutigend.

„Mit wem denn? Spock wurde immer Weltfremder, er wurde richtig kalt, seine neue Art zu leben nannte er es. Sonst waren da nur noch McCoy, Scott und Uhura, alle drei entwickelten ihre eigene Form von Paranoia. Uhura hätte einmal sogar Sulu um ein Haar umgebracht! Nein, mit keinem konnte man noch vernünftig reden, es war eine weise Entscheidung sie alle zu verbannen.“

Sie befreite sich aus den Armen von Kirk, der ihren Ausführungen nur zuhörte. Er hatte das Gefühl, das war alles was sie zur Zeit benötigte. Als er etwas sagen wollte hatte sie sich schon umgedreht und ging in Richtung Tür. Kurz bevor die Sensoren reagierten drehte sie sich um.

„Wir mussten sie loswerden, normalerweise hätte man sie umgebracht, aber Spock sprach sich für diesen Weg aus. Außerdem brachte es mir eine Beförderung ein, denn es ist Lieutenant Commander Moreau, Chefwissenschaftlerin der Enterprise.“

Abrupt drehte sie sich um und verließ den Raum, sie ging aufrecht und sah sehr stolz aus, fand Kirk. Ihr mochte es nun besser gehen, aber er selber brauchte jetzt ein Gespräch mit seinen Offizieren.

Uhura ging durch die Korridore der Enterprise auf dem Weg zu ihrem Quartier, als Sulu plötzlich aus dem Turbolift, den sie gerade passierte, ausstieg. Erschrocken blieb sie stehen und schaute vor Angst erstarrt in das grinsende Gesicht des Sicherheitschefs, der die Gelegenheit ausnutzte.

„Nyota ... Ich habe bisher noch keine Zeit gehabt dich persönlich zu begrüssen“, sagte er während er sich Uhura näherte, die langsam zurückwich und sich wünschte er käme nicht näher. „Inzwischen bin ich wirklich gelangweilt, diese Orion Sklavinnen sind einfach nicht wie du, bei ihnen ist es einfach ganz anders.“ Sulu berührte sie am Kinn und sie hielt den Atem an als sein Gesicht näher kam. „Es ist nicht das selbe, Nyota ...“, flüsterte er, „ohne dich, ... an deiner Station.“

Uhura war kurz davor laut los zu schreien und verlor langsam ihre Beherrschung, als hinter Sulu eine wütende Stimme brüllte: „Lieutenant!“

Sulu wendete sich von Uhura ab und schaute den Mann an, der im Gang erschien, der noch vor Sekunden leer war. Mit wenigen Schritten stand Scott neben den beiden und Uhura war sichtlich erfreut den Chefingenieur zu sehen.

„Ja, Commander, was kann ich für Sie tun?“, fing Sulu, der sich von Scott nicht beeindrucken ließ, an sich zu verteidigen.

„Lassen Sie ihre schmutzigen Hände von ihr“, grollte Scott, „oder ich werde meine gute Erziehung vergessen müssen! Und fassen Sie das als Befehl auf!“

„Ihre gute Erziehung?“ Sulu fing an zu lachen. „Ich wusste ja nicht, dass als Dieb in den Slums von Aberdeen aufwachsen und sein Geld mit Piraterie verdienen als gute Erziehung gelten ...“ Scott war ruhiger geworden und auch Sulu hatte aufgehört zu lachen, aber er beleidigte den Ingenieur noch weiter. „Und zweitens, falls Sie sich erinnern, die alte Kommandostruktur war einmal, ich bin der Zweite Offizier und nicht Sie ..., Mister Scott.“

Die vergangene Zeit war der Schotte ganz still und Sulu kehrte ihm jetzt langsam den Rücken zu, im glauben die Sache erledigt zu haben. Doch er hatte sich geirrt.

„Entschuldigen Sie, Lieutenant Commander“, fing Scott an.

Der Asiat drehte sich langsam um, er war kurz davor auszurasten. Im selben Moment traf Scott das Kinn seines Gegenspielers mit einem Dolch, und verpasste dem Sicherheitschef eine blutende Wunde im Gesicht.

Sulu strauchelte und wollte gerade seinen eigenen Dolch ziehen und auf Scott losgehen, als man die Gegensprechanlage hörte: „Commander Sulu, melden Sie sich im Quartier von Lady M’ress.

„Na gut, diesmal sind Sie noch sicher, aber merken Sie sich, ich werde es nicht vergessen.“ Voller Wut betrat er die Kabine des Lifts und wiederholte die letzen Worte als die Türen sich schlossen.

Einen Augenblick später wurde Uhura ohnmächtig und wurde durch die Arme von Scott aufgefangen.

Fortsetzung folgt ...

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